KiloWattWerk Ratgeber
Solar-Contracting oder selbst investieren? Der Vergleich für Mehrfamilienhäuser
Ein gutes Dach kann Strom liefern – die Frage ist nur, wer dafür das Geld und das Risiko aufbringt.
Drei Wege, ein Dach
Ein Mehrfamilienhaus kann die Solaranlage selbst finanzieren, seine Dachfläche gegen Entgelt zur Verfügung stellen oder ein Contractingmodell wählen. Diese Wege unterscheiden sich vor allem darin, wer investiert, wer den Betrieb organisiert und bei wem der Nutzen ankommt.
Eigeninvestition
Die Eigentümerschaft beauftragt und bezahlt die Anlage selbst. Sie entscheidet über Ausführung und Betrieb und muss deren Wirtschaftlichkeit selbst tragen und überwachen.
Dachvermietung
Eine andere Partei nutzt das Dach und bezahlt ein vereinbartes Dachentgelt. Ob und wie Haus und Mietparteien den erzeugten Strom beziehen können, ist gesondert zu regeln.
Solar-Contracting
Bei KiloWattWerk stellt die Eigentümerschaft die geeignete Dachfläche langfristig ohne Dachentgelt bereit. KiloWattWerk finanziert, baut und betreibt PV-Anlage und Batterie; lokaler Solarstrom soll im Gebäude genutzt werden.
Wer investiert – und wer trägt das Risiko
Bei einer Eigeninvestition liegt die Anfangsinvestition bei der Eigentümerschaft. Sie muss Angebote, Finanzierung, Wartung und mögliche Ersatzarbeiten in ihre Entscheidung aufnehmen. Eine reine Dachvermietung verlagert die Anlageninvestition auf die nutzende Partei, schafft aber noch keine Antwort auf die Stromversorgung im Haus.
Was kostet mich Contracting? Für die PV-Anlage und Batterie sieht das KiloWattWerk-Modell 0 CHF Anfangsinvestition für die Eigentümerschaft vor. Während der vereinbarten 20 beziehungsweise 25 Jahre übernimmt das Unternehmen Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb, Wartung, Reparaturen, Ersatz, Monitoring und Anlagenversicherung. Allgemeine Arbeiten am Gebäude und durch die Eigentümerschaft verursachte Schäden sind davon ausgenommen. Der Strombezug wird separat nach dem gewählten Modell abgerechnet.
Wer macht Messung, Abrechnung und Mieterwechsel
Wer selbst investiert, muss auch eine passende Lösung für Messung, Abrechnung und Verwaltung der Teilnehmenden festlegen. Bei einer Dachvermietung ergibt sich diese Lösung nicht automatisch aus dem Dachvertrag. Gerade bei vermieteten Wohnungen gehört deshalb die Stromabrechnung von Anfang an in den Vergleich.
Im Contracting organisiert KiloWattWerk die Messung und Abrechnung und kann dafür einen spezialisierten Dienst einsetzen. Die Messlösung unterscheidet Solarstrom, Netzbezug und eine allfällige Speichernutzung. Der Vertrag regelt auch Leerstände sowie Eigentümer- und Mieterwechsel, damit die Abrechnung bei Veränderungen im Haus weitergeführt werden kann.
Was die Eigentümerschaft tatsächlich erhält
KiloWattWerk zahlt für das Dach weder Miete noch Pachtzins. Der angebotene Vorteil ist günstiger lokaler Strom bei gleichzeitig übernommener Anlageninvestition und Betriebsverantwortung. Im vZEV wird der Solarstrompreis vertraglich innerhalb der geltenden Grenzen festgelegt; bei Miet- und Pachtverhältnissen liegt er pauschal bei höchstens 80 Prozent des vergleichbaren externen Standardstromprodukts. Beim EVG oder vEVG gelten stattdessen die Bedingungen des Netzbetreibers.
Für eine vermietete Liegenschaft ist entscheidend, wer den Strom tatsächlich bezieht. Verbraucht die Eigentümerschaft selbst keinen Strom, ergibt sich für sie aus einem günstigeren Mieterstrompreis allein noch keine unmittelbare Ersparnis. Diese Nutzenverteilung gehört in die projektspezifische Prüfung und in die vertragliche Vereinbarung.
Laufzeit, Rechtsnachfolge, Kaufoption
Wem gehört die Anlage? KiloWattWerk übernimmt Finanzierung und Betrieb. Wer rechtlich Eigentümerin der Anlage ist, muss der Dachnutzungs- und Contractingvertrag für das konkrete Projekt eindeutig festlegen; ebenso die Rechte bei Verkauf oder Rechtsnachfolge. Eine pauschale Eigentumszusage ohne diese Vereinbarung wäre nicht belastbar.
Das Contracting ist auf 20 beziehungsweise 25 Jahre ausgelegt. Eine Kaufoption kann frühestens nach fünf Jahren greifen, falls der vergleichbare Netzbezugspreis unter den vertraglichen Solarstrompreis fällt; dann ist der Marktwert massgeblich. Was passiert nach 25 Jahren? Nach dem vereinbarten Vertragsende geht die Anlage gemäss der im Vertrag festgelegten Übergaberegelung an die Eigentümerschaft über. Der konkrete Ablauf muss vor Vertragsschluss geklärt sein.
Wann sich Eigeninvestition lohnt
Eine eigene Anlage kann besser passen, wenn die Eigentümerschaft das Kapital einsetzen, sämtliche Erträge und Entscheidungen selbst behalten und Messung, Abrechnung sowie technischen Betrieb dauerhaft selbst organisieren möchte. Contracting ist vor allem dann ein prüfenswerter Weg, wenn das Dach Potenzial hat, die Investition und die laufende Verantwortung aber nicht bei der Eigentümerschaft liegen sollen. Ein seriöser Vergleich rechnet beide Wege mit demselben Gebäude, Verbrauch und Lastprofil durch.
So prüfen Sie Ihr Dach
KiloWattWerk prüft in der Ostschweiz Mehrfamilienhäuser und Gewerbeliegenschaften ab rund 45 kWp Potenzial. Für eine erste Einschätzung geben Sie die Gebäudeadresse im Dach-Check auf der Startseite ein. Danach braucht die Kalkulation den Jahresverbrauch und dessen Verteilung auf Tag und Nacht. Ob Eigeninvestition oder Contracting für Ihre Eigentümerschaft wirtschaftlich besser ist, lässt sich erst mit den Projektdaten und einem konkreten Angebot beurteilen.